16 Minuten: fiona’s fickle fictions

Ich sitze auf dem Balkon, vor mir steht mein MacBook, und ich rauche. Es ist gerade so bewölkt, dass ich noch meinen Bildschirm sehen kann, aber nicht zu bewölkt, sodass es noch angenehm warm ist.

Neben mir am Fenster der Balkontür taucht eine Hand mit einem knallpinken Lappen auf, die mit zu viel Wasser und zu wenig Allzweckreiniger am Fenster hoch und runter wischt. Ich gucke rein und kneife die Augen zu, um zu erkennen wem die Hand gehört. Das dunkle Zimmer verschluckt den Körper, der hoffentlich an der Hand dran ist. Ich meinte zwar neulich, dass unsere WG in Sachen Haushalt eine helfende Hand gebrauchen könnte, aber eine einzelne Hand ohne den Rest wäre mir echt zu spooky.

Ich sehe Fati schimpfen und drücke die Tür etwas auf.
„Was?“, nuschel ich durch die Zigarette, aber ignoriere Fatis Wutanfall. Irgendwas mit „die Fenster wurden safe zwanzig Jahre nicht gewischt“, aber eigentlich ist es mir zu egal und ich höre nicht zu.

Stattdessen starre ich weiter auf den Mac und die Mail, die vor 15 Minuten angekommen ist, die ich seitdem auf und ab lese und nach einem Weg suche, wie ich aus der Situation wohl irgendetwas gutes holen kann.

Vor 16 Minuten war noch alles okay.

Nachwort
Der geneigte Leser weiß, dass einer meiner langfristigen Lebensträume ist, ein Buch zu schreiben. Da von nichts nichts kommt, versuche ich mal, eine kleine Reihe an fiktionalen Geschichtchen auf meinem Blog unterzubringen, zu finden unter ‚fionas fickle fictions‘.