25 Dinge, die ich in meinem 26. Lebensjahr gelernt habe

„Ein Vierteljahrhundert! Glückwunsch!“, sagten mir ganz viele Leute an meinem 25. Geburtstag. Ich war selbst ziemlich froh, ganze 25 Jahre auf diesem Planeten durchgehalten zu haben, ohne vollends den Verstand zu verlieren.

Denn man muss dem Leben als solches ja eingestehen, dass es nie so läuft, wie man sich denkt. Hast du dich schon mal auf etwas richtig doll gefreut und dir tausendmal im Kopf ausgemalt, wie toll es werden würde? Oder bist wegen etwas nervös gewesen und bist jedes erdenkliche Szenario durchgegangen, wie es laufen könnte? Ja, ich wage zu behaupten: Am Ende war es bestimmt ganz anders, als du es dir gedacht hast.

Ich hatte an meinem 25. Geburtstag auch so meine Ideen, wie das nächste Jahr werden würde. Und TADAAA, alles ist anders!

Was für ein wichtiges Jahr das war. Es ist gerannt, so viel darf ich verraten. Manchmal habe ich sogar Glück, und ich werde nicht nur älter, sondern auch schlauer. Ich weiß, der Titel des Posts hinkt, so richtig rund ist das nicht. Aber vor meinem 25. Geburtstag war ich eben noch nicht so weise (PFFF HAHA) wie jetzt, und nur ansatzweise so inspiriert. Außerdem hat Emma Blackery das auch so gemacht, also darf ich das auch. Und diese Woche werde ich 26, also: Hier sind 25 Dinge, die ich erst gelernt habe, nachdem ich 25 war.

  1. Trennungen sind wirklich OK. Traurig, bitter, ätzend, anstrengend, katastrophal, you name it. Aber OK.
  2. Ich werde tatsächlich ungehalten, wenn ich Hunger habe. Hangry. Ich bin eine von ihnen. Ich dachte immer, ich kann gut mit Hunger umgehen, aber nope. Feed me when I’m hungry, sonst wird es unschön.
  3. Zensuren sind nur Zahlen. Zahlen, die gut und gerne fucking 15 Jahre meines Lebens bestimmt haben und die fortan eben dies nicht mehr tun sollen.
  4. Ich besitze zu viele Klamotten. Ich habe es immer versucht zu leugnen und sehe nun ein, es ist zu viel.
  5. Und mit jedem H&M Label, dass ich aus meinem Kleiderschrank hole, verfestigt sich meine Erkenntnis: Ich muss weniger billige Klamotten kaufen.
  6. Ich bin in Bezug auf meinen Beruf moralisch viel unflexibler, als ich dachte.
  7. Ich mir schlummert eine kleine Kapitalismushasserin, die nur durch viele schöne Dinge und lecker Essen ruhig gestellt wird.
  8. Ich bin nicht mehr 15, und natürlich nicht mehr so dünn wie mit 15, und das werde ich auch nie mehr sein.
  9. Meinem eigenen Körperwohlgefühl hilft es, wenn ich weiß, dass jemand anders mich schön findet.
  10. Blutabnehmen ist gar nicht so schlimm.
  11. Mein Bauchgefühl ist ziemlich gut. Kleine Sorgen muss ich früher ernst nehmen und sie aussprechen.
  12. Die Quarterlifecrisis, sie ist real.
  13. Die Pille und Hormone generell sind ziemliche Arschlöcher. Bei mir ist dank hormoneller Verhütung alles durcheinander, und das – wenn man mal ganz ehrlich ist – aus purer Faulheit.
  14. Wo wir gerade bei dem Thema sind: LEUTE! MENSTRUATIONSTASSEN! BESTE -ERFINDUNG – EVER!
  15. Ein Leben ohne Katzen ist nicht unbedingt sinnlos, aber definitiv zu vermeiden.
  16. Ich habe die Zeit meines Masterstudiums weder genossen noch ausgekostet. Das lag zwar auch an der Uni, aber auch, wie in nun weiß, an meinem Unwillen mich mental für bestimmte Themen zu öffnen.
  17. Bei anderen sehe ich seit langem immer wieder stolze Posts auf Social Media zu Berufs- oder Uniabschlüssen. Ich muss sagen: Wenn ich meine Masterurkunde eingesteckt habe, werde ich der glücklichste Mensch der Welt sein, aber nicht im Ansatz stolz darauf. Ích habe persönlich einfach nicht den Eindruck, irgendetwas besonderes geleistet zu haben.
  18. Ich muss weniger langfristige Pläne machen. Lebensziele? Fünfjahrespläne? Nur damit ich mit 30 meine nächste Krise habe? Thanks, but no thanks.
  19. Ich besitze inzwischen so viele Disneyfilme, dass ich bei Saturn vorm Disney-Regal gar nicht mehr weiß, welche Filme mir in meiner Sammlung noch fehlen.
  20. Es hat keinen Sinn, ständig wegen Geld Bauchschmerzen zu haben. Natürlich ist es ein sehr essentieller Teil des Lebens, aber wenn es mal nicht da ist oder man mal Schulden hat, dann hat es keinen Zweck sich lange zu grämen – man muss es akzeptieren und was tun, das ist das wichtigste.
  21. Tattoos tun weh, wer etwas anderes erzählt hat entweder was geraucht oder Haut aus Stahl.
  22. Ich genieße es, alleine in den Supermarkt und dort ganz in Ruhe durch die Gänge zu gehen und zu überlegen, was ich kaufen möchte.
  23. Es wird höchste Zeit, dass ich einen gesunden Weg finde, mit meiner Melancholie umzugehen.
  24. Langjährige Kundin bei Telekommunikationsunternehmen zu sein nützt einem im Zweifelsfall einfach gar nichts. Geldscheffelnde Drecksidioten sind das bei Vodafone. (Update: Inzwischen wurden mir alle offenen und meines Erachtens nach unrechtmäßig berechnete Kosten „aus Kulanz“ erstattet. Hat ja nur Stunden in der Hotline und zwei Beschwerdebriefe gebraucht.)
  25. Das wichtigste zum Schluss: Zeit ist so dermaßen relativ, dass es mich völlig von den Socken haut. Dieses Jahr hat sich angefühlt wie zwei, Minimum.

5 Kommentare Gib deinen ab

  1. nihaojulia sagt:

    Alles Gute zum Geburtstag! Ich bin letzten Monat 25 geworden und kann mich mit vielen deiner Punkte identifizieren. Überlag mal wie viele neue Erkenntnisse wir mit 50 haben werden!!

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    1. Danke! Puuuh ohja! Das sprengt mir jetzt noch ganz schön die Vorstellungskraft! 😀

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  2. Marco sagt:

    Alles Gute nachträglich zum Geburtstag!
    Ich finde Punkt 18 und 25 besonders wichtig. Am Ende zählt doch, dass wir das gemacht haben, worauf wir im Augenblick Lust hatten und uns nicht in irgendetwas hineinzwängen lassen. Wir haben da heutzutage weitaus mehr Möglichkeiten unsere Wünsche und Träume zu verwirklichen, als beispielsweise unsere Großeltern oder die Generationen vor diesen.
    Ich wünsche dir auch weiterhin ganz viel Erfolg und Glück!
    Gruß,
    Marco

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    1. Lieben Dank – allerdings habe ich erst am Samstag Geburtstag! 😀
      Und da hast du vollkommen Recht!

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      1. Marco sagt:

        Oh nein! Dann halte ich mich vorerst noch zurück. Das bringt ja sonst schließlich Unglück …

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