Chaos & Melancholie & Mut

Langsam aber sicher schließt sich in meinem Blog ein kleiner Kreis. Vor 8 Monaten schrieb ich den Text Baby Melancholie und die Gelassenheit, und vor kurzem hielt ich meine Gedanken zum Thema Mut fest. Nun hat in meiner Mission mein Chaos zu ordnen mein Mut mir die Melancholie unter die Haut gebracht, und ich bin stolze Trägerin eines Tattoos.

Frei nach Tomte, ist das für mich jetzt endlich einmal etwas das länger als vier Jahre hält. Im letzten Jahr hat sich so viel verändert für mich, dass meine Gedanken und Emotionen noch etwas hinterher hängen und ich jetzt erst so manches richtig realisiere. Und denke: wait what?!

Exkurs: Das erschlägt mich teilweise ziemlich, vor allem während dieser einen bestimmten Zeit im Monat. Dann ist mein Leben so, hallo, es ist gerade voll chaotisch und so bleib mal lieber am Ball, und meine Hormone sind so, aber hey, lass doch mal ne Party machen – und wir wissen alle, dass die besten Parties von etwas Chaos profitieren – und dann werden mein Körper und meine Psyche mal ein bisschen erschlagen vom allgemeinen Chaos außen und innen.

Zurück zum Thema: Wo keine Stabilität ist, muss man sie sich schaffen. Sich das Chaos zu eigen machen. Neue Routinen entwickeln, die neue Beziehung genießen, sich die neue Wohnung schön machen, sich to-do-Listen für Arbeit und Uni schreiben und abarbeiten. Und mal etwas für sich tun.

Ich habe so lange über dieses Tattoo nachgedacht. Dass ich eines möchte, und welches Motiv infrage kommt. Was mir viel bedeutet, was mir vielleicht sogar helfen könnte, was ich schön finde, welchem Tätowierer ich meine Haut anvertrauen möchte… Lange Zeit habe ich mir nicht zugetraut, dass ich es wage, mich stechen zu lassen. „Für immer“ klingt einigermaßen einschüchternd, vor allem wenn man bedenkt, dass ich jemand bin, dem schon die Brille auf der Nase nach einem Jahr langweilig wird.

Jetzt habe ich nicht nur etwas für mich getan, sondern mir auch bewiesen, dass ich mich Sachen traue, vor denen ich Angst und Respekt hatte. Ich habe mir ein bedeutungsvolles Tattoo stechen lassen, und wenn ich will wird es immer bei mir sein, und ich liebe es. Die Melancholie war immer ein Teil von mir. Auch wenn Gisbert zu Knyphausen die Melancholie ein bisschen verflucht, obwohl er sie eigentlich mag und sie der Menschheit nichts gutes gebracht hat außer Musik und Kunst und billigen Gedichten. Und auch wenn ich immer noch nicht weiß, was Baby Melancholie mit einer Überdosis Zeit macht.

Mich soll mein Tattoo daran erinnern,  dass ich auch Dinge tun kann, für die ich eine krasse Portion Mut benötige, und dass ich die Melancholie nicht loswerde, sie aber produktiv umsetzen muss. Wie Gisbert sagt: Du kriegst mich nie klein. Ich mache Musik und Kunst und billige Gedichte daraus. Ok – ich kann keine Musik machen und Kunst nur so lala aber billige Gedichte bekomme ich allemal hin. Oder halt ’n bisschen Prosa. Passt schon.

Ich ordne jetzt mal weiter mein Chaos. Um noch mehr deutsche Musiker zu zitieren: Ich bin das Chaos. Und um eine britische Künstlerin zu zitieren: Let them eat chaos. Man muss nur mutig genug mit seinen Unzulänglichkeiten umgehen.

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